Was bisher geschah

Ich freue mich, endlich mal wieder die Zeit zu finden, hier ein bisschen was zu schreiben. Leider ist das gar nicht so einfach. Ich wüsste ja, wo ich anfangen soll – die Frage ist aber viel mehr: wie? Nach dieser ganzen Zeit? Nachdem hier soviel Spannung aufgebaut wurde? Eine einfache Lösung wäre, ganz prätentiös auf eine Meta-Ebene zu flüchten, natürlich inklusive der Erwähnung des Umstands, dass hier auf eine Meta-Ebene geflüchtet wird. Los geht’s.


Nach einer längeren Kreativpause wurde in der neuen Staffel von „Robert in München“ das Konzept überarbeitet. Um den sinkenden Einschaltquoten entgegenzuwirken, gab es einige grundlegende Änderungen: der Ort der Handlung wurde von München ins hippe Berlin verlegt, weshalb auch der Name der ganzen Serie kurzerhand in „Robert in Berlin“ geändert wurde. Das durchaus solide Thema „Universitätsalltag“ wurde durch das massentauglichere Thema „Büroalltag“ ersetzt, womit man sich bei noch mehr Leserschichten anzubiedern versucht. Aufgrund der neuen Ausrichtung wurden einige beliebte Charaktere herausgeschrieben, während neue hinzugekommen sind. Außerdem wurde an der Optik geschraubt: neues Header-Bild und serifenloser Font sollen Modernität simulieren. Ob das neue Konzept tragfähig ist, wird man wohl erst in den kommenden Wochen sehen; wir geben hier aber schonmal einen exklusiven Einblick in die erste Folge.

Die Auftaktfolge spielt zeitlich etwa vier Monate nach dem Ende der letzten Staffel. Wir sehen Robert, wie er in einem großen, relativ leeren Raum mit Parkett und Stuckdecke sitzt und etwas in seinen Computer tippt. Eingebettet in diese Rahmenhandlung wird dann in kurzen Rückblenden skizziert, was bisher passiert ist: Marianne und Robert sind nach Berlin gezogen. Nach einer kurzen aber intensiven Suche, die etwas schwieriger war als vermutet, haben sie eine schöne Wohnung gefunden. Dann sehen wir, dass Marianne zwar beim gleichen Arbeitgeber arbeitet, jetzt aber in dessen Berliner Niederlassung. Robert arbeitet jetzt bei einem Unternehmen, dessen Software Dokumente automatisch in Bezug auf Terminologie, Stil, Grammatik und anderem analysiert und Verbesserungsvorschläge macht, um die Textqualtität zu verbessern. Er ist dort halb als Softwareentwickler und halb als Forscher angestellt – ein billiger Drehbuch-Trick, um bisherige universitätsnahe Zuschauer zu halten und gleichzeitig mehr Informatiker im Allgemeinen anzusprechen. In der letzten Rückblende sehen wir Robert nochmals in seiner bekannten Rolle als Doktorand, wie er an der LMU in München seine Doktorarbeit verteidigt. In der eigentlichen „Echtzeit“-Rahmenhandlung passiert dagegen enttäuschend wenig. Die Folge endet damit, wie Robert, immer noch an seinem Computer sitzend, auf „Blogbeitrag veröffentlichen“ klickt.

Chronologie einer Telefonstörung

Vorweg: es ist alles gut ausgegangen. Dieses kleine Protokoll soll nur illustrieren, wie Telefongesellschaften, auch in Zeiten eines rückläufigen Festnetzmarktes, ganz die alten geblieben sind.

Freitag, 02.12.2012

Störung an unserem Vodafone-Festnetzanschluss: es sind keine abgehenden Telefonate mehr möglich. Nachdem man ein paar Ziffern gewählt hat, kommt die Ansage „Gesprächsteilnehmer vorrübergehend nicht erreichbar“. Man kann aber immer noch angerufen werden. Auch das Internet funktioniert problemlos, wie immer.

Montag, 05.12.2012

ca. 8:30 Uhr. Die Störung fängt an zu nerven, weil wir mehrere Telefonate führen müssen. Mit Handy bei der kostenlosen Vodafone-Störungshotline angerufen. 13 Minuten Warteschleife. Mitarbeiter geht ran und entschuldigt sich höflich für die ungewöhnlich lange Wartezeit. Er nimmt das Problem auf, und testet/scannt den Anschluss von fern mehrere Minuten lang. Findet keinen Fehler im Vodafone-Telefonnetz, stellt aber eine „Fremdspannung“ am Anschluss fest. Schlussfolgert, Fehler müsse in der Wohnung oder auf der „letzten Meile“ liegen, also im Haus bzw. dem Stück, das von der Deutschen Telekom betrieben wird. Vodafone vereinbart Termin mit Telekom-Techniker für Donnerstag, 08.12.2012. Techniker werde irgendwann zwischen 8 und 12 Uhr kommen. „Wenn’s unsere eigenen Techniker wären, könnten wir es genau sagen, aber so…“.

12:03 Uhr. SMS von Vodafone: „Wir haben die Ursache ihrer Störung erkannt und arbeiten an der Entstörung“. Keine weiteren Details.

Donnerstag, 08.12.2012

8:00 Uhr. Ich bin bereit für das Eintreffen des Technikers.

ca. 10:00 Uhr. Der Telefonanschluss bricht komplett zusammen.

12:00 Uhr. Der Techniker ist nicht erschienen.

12:45 Uhr. Vodafone-Störungshotline angerufen. 11 Minuten Warteschleife. Mitarbeiter geht ran und entschuldigt sich höflich für die ungewöhnlich lange Wartezeit. Sie wüssten noch nicht, warum der Telekom-Techniker nicht kam („wir müssen da erst den Bericht abwarten“). Neuen Termin vereinbart, am Samstag, 10.12.2012, 8-12 Uhr.

13:14 Uhr. Ich verlasse die Wohnung.

14:12 Uhr. Der Telekom-Techniker klebt einen Zettel an die Tür: „Ich konnte Sie leider nicht antreffen“.

ca. 19:30 Uhr. Die Telefonleitung ist wieder da, ausgehende Telefonate sind weiterhin nicht möglich.

Freitag, 09.12.2012

19:31 Uhr. Ein Telekom-Techniker ruft an und sagt, dass er intern im Netz etwas repariert hätte, ob ich den Anschluss nochmal prüfen könne. Ich entgegne, dass ich unterwegs bin und erst spät abends nach Hause komme. Er sagt, er kommt dann am nächsten Tag um 08:00 Uhr und ruft auch vorher an.

Samstag, 10.12.2012

07:30 Uhr. Ich stehe schlaftrunken auf und mache mich bereit.

08:11 Uhr. Techniker ruft an und sagt, dass er um 10:00 Uhr kommt.

10:13 Uhr. Techniker kommt und muss erstmal bei uns aufs Klo. Das Nichterscheinen seines Kollegen kann er nicht erklären, und möchte es auch nicht kommentieren, geschweige denn entschuldigen. Er überprüft die Dose in der Wohnung und kann einen Defekt an den Geräten in der Wohnung ausschließen. Er findet auch keinen Defekt im Haus. Die Störungsbeschreibung deutet seiner Meinung nach sowieso auf einen Defekt im Vodafone-Netz hin („Portstörung“), man hätte ihn gar nicht rufen müssen. Auf die „Fremdspannung“ angesprochen entgegnet er, dass so etwas die komplette Leitung stören würde, nicht nur selektiv die abgehenden Telefonate. Er fährt wieder ab, und verspricht, seinen Bericht an Vodafone zu faxen.

14:55 Uhr. Festnetzanruf von Vodafone auf dem Anrufbeantworter. „Ihre Störung müsste nun behoben sein. Falls nicht, rufen Sie bitte die Hotline an“. Störung ist nicht behoben: abgehende Anrufe nach wie vor nicht möglich.

15:32 Uhr. Rufe die Vodafone-Störungshotline an. 10 Minuten Warteschleife. Mitarbeiter geht ran und entschuldigt sich höflich für die ungewöhnlich lange Wartezeit. Er sagt, der Bericht vom Techniker ist noch nicht da, und auch sonst liegt keine Änderung des Sachverhalts vor, die eine Markierung des Tickets als „behoben“ gerechtfertigt hätte. Man müsse abwarten, bis der Bericht intern ausgewertet ist.

17:23 Uhr. Störungshotline ruft mich auf dem Handy an. Mitarbeiter fragt, ob ich abgehendes Telefonat nochmal testen könne. Plötzlich funktioniert alles. Mitarbeiter kann oder will mir die genaue Ursache des Problems nicht erklären. Obwohl die Störung offensichtlich von Vodafone selbst behoben werden konnte, nennt der Mitarbeiter es eine „schwache Leistung“, dass der Telekom-Techniker trotz „Fremdspannung“ unverrichteter Dinge gegangen ist.

Australien

Jetzt ist hier schon wieder länger nichts passiert. Doch diesmal lag es an unserem fantastischen vierwöchigen Urlaub in Australien!

Wir haben uns sehr gut erholt und dabei viel gesehen: Sydney und die Südküste von New South Wales, Uluru und die Outback-Umgebung im Northern Territory, sowie den Norden Queenslands mit Great Barrier Reef, Regenwald und vielen Traumstränden. Ein paar Bilder aus dem Urlaub gibt es hier. Es handelt sich dabei übrigens um etwa 1% der Fotos, die wir gemacht haben…

LOMO LC-A: Teil 3

Nachdem ich die LOMO-Fotos abgeholt hatte, wurde mir beim Durchsehen schnell klar, dass ich das Unterbelichtungs-Warnlämpchen der Kamera ernster nehmen sollte:

Viele Fotos waren unscharf, weil sie bei ungenügenden Lichtverhältnissen aufgenommen worden sind. Die meisten waren auch noch fies verwackelt. Das schöne an der LOMO ist aber, dass man diese Wackelbilder jederzeit als „Kunst“ bezeichnen kann, und das Wichtigste ist sowieso, dass die Kamera an sich wieder funktioniert. Alles andere kann ich beim nächsten Mal noch verbessern.

Mehr Bilder gibt es jetzt und in Zukunft stilecht bei Flickr.

LOMO LC-A: Teil 2

Wie beim letzten Mal beschrieben, waren die Fotos der LOMO alle komplett überbelichtet; nur auf einigen Negativen konnte man schwache Umrisse erkennen.

Ich sah mir die Kamera also mal genauer an. Jetzt, ohne eingelegten Film, stellte ich fest, dass man bei geöffneter Film-Klappe geradewegs durch das Objektiv hindurchsehen kann. Ich meinte zu Marianne, dass das allem widerspricht, was ich über die Funktionsweise einer Kamera weiß…

Offenbar war also die Blende der Kamera kaputt, und es stellte sich auch schnell raus, dass ich das nicht selbst reparieren konnte. (Bei der LOMO kann man relativ viele Dinge mit einem Schraubenzieher und etwas Fingerspitzengefühl selbst wieder hinbekommen.)

Auf der Suche nach Reparatur-Möglichkeiten fand ich heraus, dass es in Berlin in der Friedrichsstraße ebenfalls einen Lomo-Laden gibt (so wie der in New York). Bei meinem nächsten Berlin-Besuch gingen Marianne und ich also gleich mal dorthin.

Unglücklicherweise wäre eine Reparatur dort sehr teuer gewesen; vor allem hätte die Kamera aber erstmal zu einer zentralen Werkstatt eingeschickt werden müssen, und dann hätte man sie irgendwann im Laden in Berlin abholen können, und bis dahin wären wir längst wieder zu Hause gewesen, blabla usw.

Glücklicherweise fanden wir aber einen anderen Laden am Ostkreuz, der schon zu DDR-Zeiten existierte und sich auf alte russische Kameras spezialisiert hat. Ich kann den Laden sehr empfehlen: sie haben nicht nur relativ günstig die Kamera repariert, sondern auch noch ein paar andere kleinere Probleme behoben – und wir konnten sie sogar noch am gleichen Tag wieder abholen!

Der einzige Wermutstropfen ist, dass sie bei der Erneuerung der Rück-Klappen-Dichtung etwas unsauber gearbeitet haben, so dass die Klappe unter Umständen von selbst aufgeht, wenn man die Kamera falsch hält, wodurch natürlich sofort der Film teilbelichtet wird. Ich glaube aber, das Dichtungsproblem kann ich selbst noch beheben…

Jedenfalls bekam ich (auch dank Mariannes Unterstützung) den nächsten Film schon binnen eines halben Jahres voll, gab ihn zum Entwickeln und holte voll Vorfreude in der letzten Woche die neuen Fotos ab!

Fortsetzung folgt…

LOMO LC-A

Vor anderthalb Jahren haben wir von Mariannes Eltern eine altes „Erbstück“ geschenkt bekommen: eine kleine Analogkamera namens LOMO LC-A, die in den 80er Jahren in Leningrad hergestellt wurde und in der Sowjetunion und anderen Ostblock-Staaten wohl relativ verbreitet war.

Beim Suchen nach einer Anleitung im Internet stellte ich schnell fest, dass genau diese Kamera bei einigen Foto-Enthusiasten sehr beliebt ist, unter anderem weil die Fotos, die sie macht, irgendwie ziemlich Retro aussehen.

lomo_skate...

Ich bin jetzt kein besonderer Fotografie-Kenner (und schreibe „Fotos“ auch einfach mit f), und vergesse ständig, was es mit Blende, Schärfentiefe, Weißabgleich, ISO-Wert, f=5.6 usw. auf sich hat — von guten Motiven ganz zu schweigen. Aber selbst mir als Laien war klar, dass diese Kamera schon ein sehr cooles Geschenk von Mariannes Eltern war.

Ich kaufte also einen Film (das geht übrigens nach wie vor problemlos), und fing an, ein paar Fotos zu machen. Weil die Kamera aber dann doch nicht so ganz klein ist, nahm ich sie auch nicht überall hin mit, und so zog sich das Befüllen des 36er-Films ganz schön lange hin. Genau genommen stand  die Kamera dann irgendwann einfach im Regal rum, und nach Princeton habe ich sie dann auch nicht mitgenommen.

Während meines USA-Aufenthalts war ich häufiger in New York. Eines Tages lief ich in Greenwich Village die 8th Street entlang, und staunte nicht schlecht, als ich plötzlich an einem kleinen Laden vorbeikam, der ganz und gar der LOMO LC-A gewidmet war. (Ok, und ein paar anderer alter Analogkameras.)

Ich kaufte vor Schreck ein Buch über die Kamera und stellte fest, dass es eine große Community rund um die LOMO gibt. Sie wird heute auch wieder hergestellt, als LOMO LC-A+ mit einigen Verbesserungen, zum geringfügig erhöhten Listenpreis von €250. Daneben gibt es auch immer mehr Zubehör, mit dem man alle möglichen Effekte aus der kleinen Kamera herausholen kann.

Wieder zurück in Deutschland machte ich mich mit neuem Schwung daran, den Film endlich vollzuknipsen, und gab ihn anschließend zum Entwickeln (inklusive dem guten alten Film-in-die-Tasche-legen-Moment!).

Dankenswerterweise machte das Fotolabor dann aber keine Abzüge, denn die hätten alle ungefähr so ausgesehen:

Was war passiert? Mehr dazu beim nächsten Mal.

Getränke für alle II

Eine größere Auswahl an Getränkesorten (insbesondere Bier), die es hier sonst nur selten gibt, findet man nicht nur bei Lupino, sondern auch beim Getränkegroßhändler Pachmayr. Dessen 143 Jahre altes „Stammhaus“ ist zwar nicht so alternativ wie das Lupino, dafür liegt es aber deutlich uni-näher, nämlich in der Theresienstraße. Da werde ich ab jetzt wohl häufiger vorbeikommen, wenn ich mal zum Mathe-Institut muss… 🙂