Fragen zur Banane

Nach den ganzen Politikbeiträgen der letzten Tage geht es jetzt mal wieder um was ganz einfaches. Nämlich um Bananen.

Also: In unserem Edeka-Markt gibt es Bananen zum Preis von ca. 2 Euro pro Kilo. Die Kunden reißen sich immer mal wieder so ein Bananenbündel (Staude? Fruchtstand? Verband? wie sagt man dazu?) auseinander. So kommt es zu Bananen-Einzelstücken, die sich schlechter verkaufen und deshalb liegen bleiben.

Daher werden diese Einzelbananen irgendwann in einen „Discount-Korb“ gelegt, wo sie nur noch 10 Cent pro Stück kosten und somit verkauft werden, solange sie noch halbwegs frisch sind.

Jedenfalls dachte ich, das wäre die Logik dahinter. Bis Marianne und ich neulich eine Mitarbeiterin sahen, die kurzerhand mehrere der (teilweise noch grünen) Bananenbündel nahm, sie jeweils auseinanderpflückte und die Einzelbananen in den 10-Cent-Korb schmiss. Da fragt man sich natürlich schon, was das soll, und ob man ein schlechtes Gewissen haben sollte, wenn man ab jetzt schon im Laden die frischen Bananen einzeln auseinander reißt und an der Kasse behauptet, sie seien aus dem Korb…

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4 Gedanken zu „Fragen zur Banane

  1. An eurer Stelle würde ich einen einfachen Test machen: Es gibt ja oft diese sogenannten Kontrollwaagen in der Obstabteilung. Da würde ich mal so ein paar der einzelnen Billigbananen drauf legen und mal sehen wie sich der „Stückpreis“ zu dem Gewichtspreis verhält. Ich glaube nämlich, daß der Unterschied minimal, bis nicht existent, bis negativ (sprich die Stückbananen sind teurer) ist.

  2. Mein Bürokollege Jan hat gerade deshalb heute morgen am Frühstückstisch eine Banane gewogen. Ergebnis: 200 Gramm pro Stück (oder in seinen Maßstäben ausgedrückt 1,74 iPod touches).

    Das wären bei einem Kilopreis von 2 Euro also 40 Cent pro Banane. Wenn die 200 Gramm stimmen und eine Banane im Laufe ihres Supermarkt-Daseins nicht 75% ihres Gewichtes verliert, dann ist der Discount-Korb in der Tat deutlich billiger.

    Aber hey, das geht auch mit gesundem Menschenverstand: für 2 Euro krieg ich entweder ein Kilo oder 20 Einzelstücke. Hmm….

  3. Ich denke, es soll einfach nur dafür gesorgt werden, dass der Einzelstückkorb nie ganz leer ist. Leere Behälter und Regale wirken im Supermarkt psychologisch negativ und senken die Kauflust beim Kunden oder so.

  4. Meiner Ansicht nach handelt es sich hier doch ganz eindeutig um einen Fall von Marksegmentierung bzw. Preisdiskriminierung.

    Fakt ist, die Bananen aus dem Korb sind deutlich günstiger als die „regulären“ Bananen, höchstwahrscheinlich liegt der Preis der Korbbananen auch unter dem Einstandspreis von EDEKA. 10 Cents pro Banane sind halt ein echtes Schnäppchen bzw. ein Lockangebot für Preisbewusste.

    Damit aber nicht alle auf die Idee kommen, nur noch die Bananen aus dem Korb zu erwerben, müssen diese in der (gefühlten) Betrachtung des Kunden irgendwie heruntergesetzt werden, damit immer noch ein großer Teil der (zahlungskräftigeren) Kunden die regulären Bananen kauft. Man möchte also den Markt bewusst segmentieren in Personen mit hoher Zahlungsbereitschaft für Bananen und Personen mit niedriger Zahlungsbereitschaft für Bananen.

    Dies wir unter anderem dadurch erreicht, dass man an der Kasse von den Mitarbeiterinnen mit hochgezogener Augenbraue gefragt wird, ob es sich etwa um „Bananen aus dem Korb“ handele. Irgendwie fühlt man sich dann gleich ein wenig schlecht… Deshalb nennen Robert und ich diese Bananen aus dem Korb auch nur noch „Stigmabananen“.

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