Frage zum DB-Bedienzuschlag [Update]

Gegen den ursprünglich von der Deutschen Bahn geplanten Bedienzuschlag für Fahrkartenkäufe am Schalter gab es so viele Proteste, dass der Plan heute wieder zurückgezogen wurde.

Dabei ist es nicht nur untypisch für die Bahn, dass sie die Sache nicht einfach als Rabatt für Käufe am Automaten verpackt hat. Marianne ist vor allem aufgefallen, wie sinnlos die Begründung mit dem „Zuschlag auf die persönliche Beratungsdienstleistung“ ist:

Wer hindert mich denn daran, mich am Schalter ausführlich über die geplante Reise und ihre Preisoptionen beraten zu lassen, mir die beste Verbindung dann ausdrucken zu lassen, um die Fahrkarte anschließend am Automaten ohne Bedienzuschlag zu kaufen? 🙂

Update: Toll, die Bahn ist jetzt wirklich auf das Rabatt-Modell umgeschwenkt. <groessenwahn> Da liest jemand mit! </groessenwahn>

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4 Gedanken zu „Frage zum DB-Bedienzuschlag [Update]

  1. Bekommt man am Automat jeden Rabatt und jede Vergünstigung und Extra-Option, die man am Schalter bekommen kann?

  2. Ich habe mal in einer Schalterhalle so einem Heinzen genau diese Frage gestellt, und er meinte, natürlich hält einen keiner davon ab das zu tun, aber der Anstand gebiete es eben, für die erhaltene Beratung auch entsprechend zu löhnen. BTW hast du beim Paradisos schonmal zweimal für einmal Essen gestempelt? Sind die
    beiden Fragen in der selben moralischen Kategorie? Insbesondere die zweite Frage ist ernst gemeint.

    @nils: soweit ich weiss gibt es am Automaten genau dasselbe wie am Schalter. Zum gleichen Preis. Aber mal angenommen, du willst von Ulm zum Spitzingsee, und dann mit der Taubersteingondel auf den Tauberstein fahren. Der Automat wird dir wohl kaum preisgeben, dass es ein „Spitzingsee-Ticket“ (!) gibt, das die billigste Option dafür ist – ausser du suchst gezielt danach (vermute ich, der Automat gibt dir alles zum Normalpreis, wenn du Verbindungen suchst). Die Dame am Schalter hat natürlich sofort gewusst, dass hier das Spitzingseeticket die beste Wahl ist.

  3. Moralisch habe ich deutlich weniger Mitleid mit der Bahn als mit dem Paratassos. Und unterstelle gleich noch, dass es einem Großteil derjenigen so geht, die Moral überhaupt als Argument in Betracht ziehen.

    Rechtlich würde ich vermuten, dass doppelt Stempeln Betrug ist und kostenlose Beratung und nachträglicher Kauf am Automaten vollkommen ok.

    Pedantisch heißt der Berg Taubenstein. Und wenn man auf die Ruchenköpfe klettern will, fährt man am besten mit dem Auto, dann braucht man das Seil und die Haken nicht so weit zu schleppen. 🙂

  4. @nils: Marianne und ich hatten mal den Fall, dass wir etwas relativ einfaches nicht am Automaten buchen konnten. Ich glaube, es war eine einfache Fahrt für zwei Personen, die unterschiedliche BahnCards haben. Das ging einfach nicht. Wir hätten die zwei Fahrkarten separat kaufen müssen, hätten dann aber vermutlich keine benachbarten Platzreservierungen bekommen.

    @gruberh, fischerf: Wie das moralisch zu bewerten ist, weiss ich nicht. Irgenwie fühlt es sich anders an, bei Paradiso (= Italiener hier, bei dem jedes 11. Essen aufs Haus geht) zu schummeln, als die DB auszunutzen. So wie ja auch keiner im IKEA-Restaurant ein Problem damit hat, wenn sich eine ganze Gruppe eine einzige Getränkeflatrate teilt…

    Dass am Schalter der DB das Ticket der BOB empfohlen wird, ist natürlich sehr nett. Es gab aber in der Vergangenheit schon häufiger verdeckte Schalterkauf-Tests, die ergeben haben, dass oft nicht die beste/günstigste Verbindung empfohlen wurde. Das wird dann natürlich besonders ärgerlich, wenn man dafür noch einen Bedienzuschlag bezahlen müsste.

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