Der Große Lese-Test

Als ich gestern durch das Fernsehprogramm zappte, landete ich kurz beim „Großen Schultest“ mit Jörg Pilawa. Dort mussten sich Prominente mit Schülern der 6. Klasse messen lassen, und zwar beim Lösung von Aufgaben für die 6. Klasse. Als ich einschaltete, war gerade das Fach Mathematik dran, und es kam eine Aufgabe aus der Wahrscheinlichkeitsrechnung (!):

Es gibt drei Streichhölzer, zwei kurze und ein langes. Drei Spieler ziehen nacheinander je ein Streichholz. Sobald jemand das lange Streichholz gezogen hat, ist das Spiel vorbei und derjenige hat gewonnen. Als wievielter Spieler hat man die höchsten Gewinnchancen: als erster, zweiter oder dritter, oder ist es egal?

Die richtige Antwort lautet übrigens: es ist egal. Als erster Spieler beträgt die Chance 1/3. Als zweiter hat man zwei Hölzer übrig; unter der Bedingung, dass der erste nicht gewonnen hat, ergibt das eine Chance von 2/3 * 1/2 = 1/3. Der dritte gewinnt nur, wenn die ersten beiden nicht gewonnen haben: 2/3 * 1/2 = 1/3.

Doch nicht genug damit, dass man eine solche Aufgabe wohl nicht mal im DDR-Matheunterricht einer 6. Klasse gestellt hätte: die Kandidaten hatten auch gerade mal 10 Sekunden Zeit für die Antwort! Folglich hagelte es falsche Antworten, doch es waren nicht die Kandidaten, die sich am meisten blamiert haben.

Zur besseren Anschaulichkeit habe ich hier mal die beteiligten Personen aufsteigend nach Intensität der Blamage sortiert, von „absolut verständlich“ bis „höchst peinlich“:

  • Sechstklässlerin: hatte vermutlich noch nie Wahrscheinlichkeitsrechnung und tippte falsch.
  • Uwe Ochsenknecht: war schon immer schlecht in Mathe und tippte falsch.
  • Leute im Publikum: blieben anonym, konnten sich absprechen, und tippten trotzdem zum größten Teil falsch.
  • Mathelehrerin: erklärte hinterher an der Tafel, wie die Wahrscheinlichkeiten ausgerechnet werden, kam aber beim dritten Spieler durcheinander und hatte dann keine Lust mehr auf ausführliche Erklärungen.
  • Jörg Pilawa: betonte mehrmals, dass ihm das alles eh zu hoch sei, las deshalb zum Schluss einfach die vollständige Lösung in Textform vom Blatt ab, verhaspelte sich trotzdem beim dritten Spieler und brach dann die Sache ab…
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