Kochbücher

Ich muss mich heute einfach mal über Kochbücher auslassen. Der folgende Text ist vielleicht für viele nicht ganz nachvollziehbar, aber er ist halt aus der Sicht eines Laien geschrieben.

Eigentlich koche ich ganz gern, tue es aber trotzdem viel zu selten. Das liegt zum einen an Zeitmangel, zum anderen aber vor allem daran, dass ich oft zunächst keine Idee habe, was man denn mal kochen könnte, und was ich mir zutrauen kann.

Hier kommen natürlich Kochbücher ins Spiel. Und da gibt es gefühlte Millionen von Kochbüchern, die scheinbar direkt auf mich zugeschnitten sind: umfangreich bebilderte Kochbücher, Kochbücher mit detailierten Zubereitungsanweisungen, Kochbücher mit besonders einfach und schnellen Rezepten, usw.

Auf den ersten Blick mögen die meisten Kochbücher ganz hilfreich erscheinen – und trotzdem motivieren sie mich meistens nicht zum Kochen. Das liegt daran, dass jedes Kochbuch, und sei es noch so aufwendig gemacht, im Grunde genommen nichts anderes ist als eine Sammlung von fertigen Rezepten zum Nachkochen. Und genau das finde ich wahnsinnig langweilig. Das Blättern in einem Kochbuch ist für mich oft wie eine Bob-Ross-Sendung: entspannend zum Anschauen und irgendwie bewundernswert, aber ernsthaft nachmalen würde ich das nicht.

Denn wirklich Spaß macht mir das Kochen nur, wenn ich Dinge ausprobieren und variieren kann, und wenn ich einfach mal rausfinden kann, wie verschiedene Dinge zusammen schmecken. Das ist aber ziemlich schwierig, denn ich laufe dabei schnell Gefahr, irgendwas zusammenzupanschen. Und leider kenne ich kein Kochbuch, was mir an dieser Stelle hilft.

Im Höchstfall bekommt man hier und da vielleicht ein paar spärliche Rezeptvariationen – entweder knapp angedeutet am Rande, „für die Profis“, oder aber als Zur-Not-Zutatenalternative, mit implizitem Banausen-Vorwurf:

Sie benötigen zwei Messerspitzen von gemahlenem Nyingchi-Kraut, dass ausschließlich in Tibet und nur im Frühjahr zu finden ist. Ja gut, wenn es sein muss, dürfen Sie alternativ auch Petersilie nehmen.

Was ich will ist ein Kochbuch mit vielleicht 10 Grundrezepten, aber mit jeweils vielen Variationen. Die Variationen sollen aber nicht nur vollständige (Teil-)Rezepte sein, die jeweils wieder ein fertiges Produkt ergeben, sondern auch locker auf Zutatenebene agieren: „Werfen Sie ein oder mehr der folgenden Gemüsesorten zusammen: … Achten Sie aber darauf, nicht zu viel X zu nehmen, sonst wird es zu scharf… Mit Y wird es süßer…“

Gerade bei einem Eintopf, oder einem Pfannengericht, oder Wok-Gericht, oder bei Pasta-Soßen gibt es so viele Möglichkeiten, dass ich jedesmal überrascht bin, wie präzise die Kochbücher die Zutaten vorgeben. Ja klar, man muss sich nicht dran halten, aber ich brauche halt Hilfe beim Nicht-dran-halten.

Oder zum Beispiel das klassiche 3-Komponenten-Essen: {Fleisch/Fisch} + {Reis/Kartoffeln/Nudeln} + {Gemüse/Salat}. Ein gutes Kochbuch könnte mir doch mal sagen, womit ich die drei „Slots“ so alles ausfüllen kann, und welche Kombinationen empfehlenswert sind.

Dazu will ich ein paar echte Grundlagen: „Zu A eignet sich am besten B“, „C schmeckt so ähnlich wie D“, „E nimmt beim Kochen Wasser auf… F brennt in der Pfanne schnell an…“

Kurz gesagt: Ein Kochbuch, welches Erfahrungen mitteilt, nicht das Resultat dieser Erfahrungen. Und dafür würde ich auch gern ein bisschen mehr ausgeben.

Advertisements

Ein Gedanke zu „Kochbücher

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s