Nach einem langen Arbeitstag im Büro: Es sind dumme Kleinigkeiten, an denen sich ein Kichern entfacht. Der 54er Bus hat in der Dunkelheit die Abzweigung verpasst und muss über die Kreuzung zurücksetzen. Hihi. Klick.

Live vom Eisbach.
Nach einem langen Arbeitstag im Büro: Es sind dumme Kleinigkeiten, an denen sich ein Kichern entfacht. Der 54er Bus hat in der Dunkelheit die Abzweigung verpasst und muss über die Kreuzung zurücksetzen. Hihi. Klick.

Ich muss noch einmal auf das Thema „Straßenschilder in München“ zu sprechen kommen. Und zwar konkret auf die Oettingenstraße, in der sich auch das Institut für Informatik befindet.
Die Oettingenstraße hat eine interessante Eigenschaft: auf Schildern wird ihr Name mit zunehmender Hausnummer zunehmend falsch geschrieben:
Und das Gebäude mit der höchsten Hausnummer am Ende der Oettingenstraße? Das ist unser Institut. Und da steht in großen freundlichen Lettern über dem Haupteingang:
(Danke an Jan (Bild 3) und Uli (Bild 4).)
Studierende der Hochschule Furtwangen haben an ihrer Fakultät ein ziemlich cooles Lipdub-Video gedreht, mit vielen Darstellern und ohne einen einzigen Schnitt:
(Wie funktioniert eigentlich der Etagenwechsel bei 1:30?)
Das Video bildet gleichzeitig den Auftakt für das Projekt University Lipdub, das andere Hochschulen dazu einlädt, ihrerseits solche Videos zu drehen.
Ein Beitrag kommt auch von Studierenden der LMU München, die im März vor und im Hauptgebäude ein Video gedreht haben. Das Projekt wäre prinzipiell auch eine schöne Sache gewesen: Die Umsetzung ist teilweise noch aufwendiger als im Original, alle Beteiligten haben sich wirklich große Mühe gegeben, und sogar ein Informatik-Professor wurde erfolgreich im Video versteckt.
Leider ist der eigens für das Video geschriebene LMU-Song genau der Grund dafür, dass ich in diesem Blog zum ersten Mal das Wort „Fremdschämen“ benutzen muss:


Der Getränkeladen Lupino hinter dem Prinzregententheater sieht von außen relativ unspektakulär aus. Er hat aber ein ungewöhnliches und sehr sympathisches Geschäftsmodell: er verkauft nämlich einfach mal Getränke, die man hier sonst nicht bekommt!
Die Gelegenheit habe ich mir natürlich nicht entgehen lassen:
Neben der notorisch abwesenden Bionade Quitte gibt es dort auch ein paar wirklich alternative Getränke, zum Beispiel:
Sehr schön!
Wenn es die Vaporware Awards auch für Getränke gäbe, wäre die neue Bionade-Variante „Quitte“ ganz großer Favorit.
Denn ich finde, wenn man schon eine Millionenstadt wie München komplett mit gelben Werbeplakaten zupflastert, dann sollte das beworbene Produkt zumindest vereinzelt auch zu kaufen sein.
Ist das vielleicht so gewollt? Quasi asynchrones Marketing? Wenn ja, dann ist es zumindest nicht originell, sondern geklaut von der letztjährigen millionenschweren Werbekampagne für das völlig unerhältliche Magners Irish Cider…
„Da kommt bestimmt noch so ein blöder Handyshop rein“, meinte Marianne zu der leeren Ladenfläche unten an der Ecke. (Vorher war dort Arcor drin, aber die sind laut Aushang „in die Leopoldstraße umgezogen“ — was auch immer die Kunden damit anfangen sollen, schließlich ist das 7 km entfernt.)
„Ich glaube nicht, dass da noch so ein blöder Handyshop reinkommt“, entgegnete ich, „schließlich haben wir davon am Platz ja schon so viele: T-Mobile, E-Plus/Base, Vodafone…“
Das war vor zwei Wochen. Heute ist O2 dort eingezogen.
München ist eine saubere Stadt. Die Straßen und Gehsteige sind stets gereinigt, Abfallbehälter werden pünktlich geleert, und nirgends liegt Müll rum.
Auch im Abfallwirtschaftsbetrieb München (AWM) selbst hat alles seine Ordnung. Da soll nur einer kommen und sagen: dort geht es nicht mit rechten Dingen zu, oder da läuft was nicht korrekt, also dem würden sie beim AWM sofort das Gegenteil beweisen können.
Zum Beispiel mit dem Schreiben, mit dem die Werkleitung momentan die gesamte Münchner Bevölkerung über ein akutes Trinkgeldproblem informiert. Der Text beginnt so (voller Wortlaut hier):
Liebe Münchnerinnen und Münchner,
mehr als 750 Müllmänner sind täglich im Stadtgebiet unterwegs [...]. Sie leisten eine schwere Arbeit und genießen dafür ein hohes Ansehen in der Bevölkerung. Über viele Jahre war es üblich, dass sich die Münchnerinnen und Münchner zum Jahreswechsel mit einem Trinkgeld bei ihren Müllmännern bedankten.
Und genau da liegt nämlich das Problem. Der Müllmann an sich ist ja nicht böse, aber die Korruption lauert überall. Da denkt sich Oma Erna nichts, steckt dem Müllmann vielleicht nur einen harmlosen Betrag zu, und in zwei Jahren hast du ein kleines mafiöses Abfallentsorgungssystem vor der Haustür, mit einem intransparenten Netzwerk aus Gefälligkeiten. Und vielleicht noch mit Oma Erna an der Spitze. Das ist ja auch nicht fair den anderen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gegenüber:
Viele andere Kolleginnen und Kollegen mit Kundenverkehr [...] leisten ebenfalls schwere Arbeit. Ihnen war eine Trinkgeldannahme schon immer untersagt.
Und deshalb, so das eigentlich Anliegen des AWM-Schreibens, ist es ab sofort auch für Müllmänner verboten, „Trinkgelder in jeder Form“ anzunehmen. (Nur Pedanten fragen an dieser Stelle, warum ständig von „Münchnerinnen und Münchner“ oder von „Kolleginnen und Kollegen“ die Rede ist, es aber nur Müllmänner und keine Müllfrauen gibt.)
Das heißt jetzt aber nicht, dass man überhaupt nichts mehr zustecken darf, schließlich ist ja auch bald Weihnachten:
Sie können sich auch künftig mit einer Aufmerksamkeit bei den Müllmännern für ihre pünktliche und zuverlässige Arbeit bedanken. Sachspenden wie zum Beispiel Getränke oder Lebensmittel bis zu einem maximalen Sachwert von 15 Euro pro Müllmann sind erlaubt. Diese Regelung gilt für alle städtischen Beschäftigten.
Also vielleicht mal ein bisschen heiße Milch mit Honig aufs Amt bringen ist in Ordnung, oder einen Wurstkorb, solange er nicht zu groß ist. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass der Müllmann eine tickende Korruptionszeitbombe bleibt. Durch einen korrekten Umgang kann er aber vor sich selbst geschützt werden:
Bitte geben Sie den Müllmännern kein Bargeld oder bargeldähnliche Leistungen, wie Gutscheine, Lose und Telefonkarten. Wenn sie den Bediensteten offen oder verdeckt Trinkgelder zustecken, bringen Sie sich selber und die Kollegen in eine schwierige Situation. Sollte es dennoch vorkommen, sind die Müllmänner verpflichtet, das Geld beim Antikorruptionsbeauftragten des AWM abzugeben.
Damit sollte die Sache ein für allemal geklärt sein. Und ob du’s jetzt glaubst oder nicht: dieses A4-Schreiben ging als Postwurfsendung an alle Münchner Haushalte, damit wirklich jeder umgehend von der prekären Trinkgeldsituation informiert ist. Du siehst also, beim AWM hat alles seine Ordnung.
Und wenn es in den nächsten Tagen in München plötzlich einen erhöhten Bedarf für Altpapierentsorgung gibt, dann ist das reiner Zufall und hat bestimmt nichts mit dem Brief und seinem Umschlag zu tun.
Die typischen weiß-blauen Straßenschilder in München trifft man in zwei Varianten an: entweder freistehend an einem Mast, oder direkt an der Hauswand. Gern werden auch mal beide Varianten parallel eingesetzt.

Dabei hat der Straßenname an der Hauswand oft mehr Bindestriche als der am Mast. Daneben gibt auch noch farblich passende Hausnummernschilder, auf denen manchmal sogar der Straßenname mit Deppenleerzeichen zu finden ist.
Diese unterschiedlichen Schreibweisen haben wahrscheinlich geschichtliche Gründe. Also dass sich das so im Lauf der Zeit geändert hat.
Ist eigentlich auch nicht so wichtig.
Gibt ja nun echt Schlimmeres.
…
…aber der 13-seitige Wikipedia-Artikel zum Thema Münchner Straßenschilder könnte diesen Umstand ja zumindest mal erwähnen!
Neueste Kommentare