Archiv der Kategorie 'Arbeit'

Klicktherapie

Neulich, im elektronischen Vorlesungsverzeichnis der LMU beim Klick auf „Lehrveranstaltung belegen/abmelden“:

HIS-LSF: Bedingung akzeptieren

Es wird nicht ganz klar, was die zu akzeptierende Bedingung eigentlich ist, sie ist aber trotzdem jedes Mal zu akzeptieren. Das ist aber nicht schlimm: wenn man alles sorgfältig gelesen und was-auch-immer akzeptiert hat, erscheint nach dem Klick auf „Weiter“:

HIS-LSF: Nicht hier...

Hmmm…

Nummernchaos

In dem Gebäude, in dem sich unter anderem unser Institut befindet, finden demnächst größere Baumaßnahmen statt: zwischen zwei Seitenflügeln wird ein neuer Hörsaal eingefügt. Dass die Baumaßnahmen jetzt angefangen haben, hat mir ein freundliches Schild auf dem Weg zum Seitenausgang mitgeteilt: „Kein Eingang, Unfallgefahr! Universität übernimmt keine Haftung!“

Mit der Baumaßnahme verschiebt sich aus irgendwelchen Gründen die Durchnummerierung der Seitenflügel. Und wo man schon dabei ist, verpasst man auch gleich noch vielen anderen Räumen eine logischere Nummerierung, vergibt eindeutigere Bezeichnungen, usw. Unterm Strich bekommen schätzungsweise 80-90 Prozent der Hörsäle, Seminarräume und Büros eine neue Nummer.

Die neuen Nummern sind nicht disjunkt von den alten: die gleiche Nummer kann im alten System einen anderen Raum bezeichnen als im neuen. Doch das absehbare Chaos und die Verwirrung (gerade bei Studenten) kann mit ein paar einfachen Mitteln minimiert werden:

  • Man erklärt den Mitarbeitern das neue Nummernsystem und den Ablauf der Umbenennungsmaßnahme, damit diese die Raumangaben z.B. auf Vorlesungsseiten rechtzeitig anpassen können.
  • Die Umbenennung wird innerhalb weniger Tage durchgeführt.
  • Sie wird in Phasen mit möglichst geringem Orientierungsbedarf durchgeführt, also etwa nicht in der ersten Vorlesungswoche des Wintersemesters.

Muss ich erwähnen, dass keiner dieser Punkte berücksichtigt wurde? :-)

Stöbern im Archiv

Vor ca. 5 Jahren war ich mal in der Bibliothek der Computerlinguistik an der Universität des Saarlandes. Ich erinnere mich noch an mein mildes Erstaunen, als ich zwischen den ganzen Büchern über Syntax und Grammatikformalismen plötzlich ein Buch übers Kanu-Wandern fand. Es gehörte ganz offiziell zur Bibliothek.

Vorhin habe ich festgestellt, dass es in der Informatik-Bibliothek der LMU München gleich ein ganzes Regal mit der Beschriftung „fachfremde Literatur“ gibt. Da steht u.a. ein Weltatlas, ein uraltes Deutsch-Wörterbuch, und ein Sachbuch über Filmkunst, -sprache und -technik. Was man halt als Informatiker so braucht… :-)

An inconvenient holiday

In den letzten 9 Jahren habe ich nur in Bundesländern gewohnt, in denen am 15. August Mariä Himmelfahrt gefeiert wird. Und noch nie in diesen Jahren kam mir dieser Feiertag jemals wirklich zugute — als Stundent ist sowieso vorlesungsfreie Zeit, oder ich war auf Dienstreise, oder der Feiertag fiel aufs Wochenende.

So wie heute — alle Geschäfte haben geschlossen. :-(

Forschung im Krisengebiet

Ok, die gute Nachricht ist: unser Paper wurde bei einer Konferenz angenommen! Woohoo!! :-)

Die schlechte Nachricht ist, dass die Konferenz-Homepage seit Tagen nicht erreichbar ist, zumindest nicht von Deutschland aus. Was wohl daran liegt, dass die ganze Universität, an der die Konferenz stattfindet, seit Tagen nicht erreichbar ist. Mehr noch: die gesamte Millionenstadt, in der die Universität liegt, scheint vom Netz abgeschnitten.

Denn unsere Konferenz, und das ist kein Witz, findet ausgerechnet in Urumqi im Nordwesten Chinas statt! Also genau jener Stadt, von der die meisten noch nie was gehört haben, bis am letzten Sonntag die schweren Unruhen ausbrachen.

Jetzt hoffe ich natürlich, dass sich entweder die Lage beruhigt, oder die Konferenz verlegt wird.

Nochmal IEEE

Vor vier Monaten hatte ich geschrieben, wie die Mitgliederzeitschrift des Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) ständig irgendwelche fragwürdigen Titelstories über das US-Militär bringt. Inzwischen ist meine Mitgliedschaft ausgelaufen, ich bekomme aber immer noch kostenlos die IEEE Spectrum zugeschickt.

Und leider hat sich der Ton nicht geändert: in der Ausgabe vom letzten Monat geht es direkt auf dem Cover um amerikanische Atombomben. Die US-Bestände werden nämlich immer älter und die Bomben unwirksam. Und das ist natürlich ein Problem, weil damit die Abschreckung (deterrent) verloren geht! Zum Glück müssen aber keine neuen Bomben gekauft werden, weil die fleißigen IEEE-Ingenieure die alten wieder in Schuss bringen können.

IEEE Spectrum März 2009

IEEE Spectrum März 2009

Aber wie Christian neulich kommentierte: vielleicht ist das alles nur ein Versuch, vom Schlangemann-Desaster abzulenken.

Die LMU im iTunes Store

Die Ludwig-Maximilians-Universität München bietet seit neuestem Vorlesungen bei der „iTunes U“ als Podcasts zum Download an.

Bei meiner Fakultät sind das bisher Veranstaltungen aus der Medieninformatik. Yeah!

Viinistu

Ende Januar, wenn es draußen stürmt und schneit, werde ich zu einer Winterschule reisen. In Estland. Diese findet aber nicht in der Hauptstadt Tallinn statt, sondern 80 km weiter östlich in einem kleinen Küstenort namens Viinistu. Wenn das jetzt noch nicht kalt genug klingt: der Ort liegt nur kurz vor dem nördlichsten Festlandspunkt Estlands.

Viinistu ist ein Fischerdorf mit 169 Einwohnern, hat aber trotzdem einen ganzseitigen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag. (Der estnische besteht dagegen nur aus zwei Sätzen.)

Dort steht unter anderem, dass der Ort vor allem durch ein Kunstmuseum bekannt ist. Dieses wurde gestiftet vom berühmtesten Sohn des Dorfes, Jaan Manitski. Der ist nicht nur Geschäftsmann, Kunstmäzen und Ex-ABBA-Manager, sondern auch ehemaliger Außenminister Estlands. Zufälle gibt’s…

Zielgruppenproblem beim IEEE

Aufgrund einer Tagungsvergünstigung bin ich momentan Mitglied beim IEEE, dem Institute of Electrical and Electronics Engineers. Das Institut ist wichtiger Herausgeber von vielen wissenschaftlichen Publikationsreihen, von denen einige auch für die Informatik-Grundlagenforschung bedeutend sind. Insgesamt ist die Vereinigung aber doch eher ingenieurslastig, und so geht es im monatlich erscheinenden Mitgliedermagazin IEEE Spectrum oft um bodenständige Dinge wie Solarstrom, Medizintechnik oder Funkstandards, was eigentlich alles ganz nett ist.

Eigentlich. Denn in den letzten Monaten gab es in dem Magazin immer häufiger lange Artikel über die Herausforderungen des US-Militärs beim Einsatz von High-Tech-Waffen in Kriegsgebieten, und wie das IEEE dabei „helfen“ kann. In zwei der drei letzten Ausgaben war das sogar Titelthema:

IEEE Spectrum

Nun müsste ich mich darüber ja nicht aufregen. Schließlich habe ich nur eine „kleine“ Mitgliedschaft, die in Kürze endet und die ich auch nicht selbst bezahlt habe.

Aber eine Vereinigung, die inzwischen 365.000 Mitglieder aus über 150 Ländern hat, welche in 324 local sections organisiert sind, könnte in dieser Hinsicht vielleicht ein bisschen weniger forsch auftreten.

Anglizismen

In den letzten Tagen und Wochen kamen bei uns immer wieder quälende Fragen bezüglich des korrekten Gebrauchs von Anglizismen auf. Insbesondere von gewissen Arbeitskollegen werden diese gern gebraucht, um englische Begriffe einer spontanen Eindeutschung zu unterziehen. Höchste Zeit also, mal ins Fremdwörterbuch zu schauen, ob und welche Anglizismen überhaupt erlaubt sind!

Zunächst mal hat Marianne Recht, die seit Jahren drauf verweist, dass das Verb von Allokation nicht allokieren, sondern allozieren heißt.

allozieren

Leider müssen wir das überaus beliebte appreziieren von nun an appretiieren nennen:


Noch schlimmer sieht es bei hilarious aus: weder hilariös noch hilarisch existieren. Dafür werden sich Hilarität und Hilarodie sicher an der einen oder anderen Stelle anbringen lassen.

hilaritaet

Zum Schluss noch eine gute Nachricht für Paul: die Zelebrität gibt es wirklich!

zelebritaet

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