Archiv für März 2007

Mit Google den Atlantik durchqueren

Uli hat kürzlich ein witziges Gimmick bei Google Maps gefunden, genauer gesagt bei dessen Routenplaner.

Normalerweise weigert sich der Dienst, extrem lange Routen zu berechnen. Wenn man aber eine Strecke zwischen Europa und Nordamerika eingibt, z.B. Paris – New York, dann erscheint tatsächlich ein Weg quer über den Atlantik.

Die Routenbeschreibung führt dabei zunächst normal durch Frankreich, doch dann heißt es plötzlich:

Schwimmen Sie durch den Atlantik. (5572 km)

Schwimmen? Von Le Havre nach Boston? Na, wenn das mal nicht fit hält! :-)

Übrigens veranschlagt Google für die 5572 Kilometer lange Strecke gerade mal 29 Tage. Das entspricht etwa 45 Sekunden auf 100 Metern, was sich ungefähr im Bereich des aktuellen Weltrekords bewegt…

Premiumgäste bei „Wetten, dass..?“ (4)

Ich gebe zu, dass mein kühnes Vorhaben, die goldene Gästeliste für „Wetten, dass..?“ zu finden, in letzter Zeit etwas ins Stocken geraten ist. Doch die kommende Sendung am nächsten Samstag bot für mich den Anlass, das Projekt zumindest halbwegs wieder aufzunehmen.

Mit halbautomatischen Methoden konnte ich herausfinden, dass die folgenden 12 Prominenten immerhin gut die Hälfte aller bisherigen Sendungen abdecken:

Peter Maffay, Udo Jürgens, Herbert Grönemeyer, Iris Berben, Marius Müller-Westernhagen, Rod Stewart, Chris deBurgh, Phil Collins, Elton John, Joe Cocker, Eros Ramazzotti, Howard Carpendale

Genauer gesagt: im Durchschnitt tritt in jeder zweiten Wetten-dass-Sendung mindestens eine dieser Personen auf.

Das ist auch am nächsten Wochenende der Fall, dank Joe Cocker… :-)

Der iPod und die MP3-Verkaufszahlen

Manche Marktmechanismen sind schon merkwürdig. Der mit Abstand größte Online-Musikladen in den USA ist der iTunes Store. Auf dem zweiten Platz liegt aber nicht etwa Napster, Rhapsody oder Urge, sondern eMusic, wo ausschließlich Musik von unabhängigen Labels im MP3-Format verkauft wird.

Warum? Da Apple den Kopierschutz-Mechanismus „Fair Play“ nicht an seine Marktbegleiter* lizensiert, sind ungeschützte MP3s der einzige Weg, Musik für den iPod zu verkaufen.

Weil aber der Marktanteil des iPods so unfassbar groß ist, verdient eMusic mit der Musik von eher weniger bekannten Künstlern offenbar immer noch mehr als die anderen Shops mit der viel populäreren, aber WMA-DRM-geschützten nicht-iPod-kompatiblen Musik der Major Labels.

Würd mich mal interessieren, ob es in Deutschland einen ähnlichen Effekt gibt.

*Konkurrenten

Kommerzangebot

Erstaunlich: Tag für Tag werden Dutzende Spam-Mails an mich aussortiert. Zunächst durch den serverseitigen Spam-Filter, dann nochmal durch Thunderbird. Darunter sind manchmal auch Mails, denen ich selbst nicht sofort ansehen würde, dass sie Spam sind.

Aber heute schaffte es ausgerechnet eine Werbemail mit dem Betreff „Kommerzangebot“ unbehelligt durch die Filter.

Inform

Zugegeben, die große Ära der Textadventures ist spätestens seit Ende der 80er zu Ende gegangen. Doch eine recht überschaubare Community schreibt weiterhin erstklassige Textadventures, und verleiht z.B. regelmäßig verschiedene Auszeichnungen. Das Genre ist einfach aus demselben Grund nicht ausgestorben, aus dem es neben Kino und Fernsehen immer noch Bücher gibt.

Es ist allerdings nicht so leicht, Textadventures oder „interactive Fiction“ zu schreiben. Zum einen sollte man dazu natürlich schriftstellerisch begabt sein, man sollte den Spieler rein textuell in eine eigene Welt versetzen können, und ausgefeilte Handlungsstränge und Puzzles erfinden können. Auf der anderen Seite steht das Interaktive. Der Spieler sollte einen möglichst großen Handspielraum bekommen. Damit der Parser die eingegebenen Sätze „versteht“, müssen die Welt und die Aktionen detailliert modelliert werden. Das ist eine eher technische Aufgabe, die dem Programmieren ähnelt.

Die vermutlich meistbenutzte Programmiersprache/-umgebung für Textadventures ist Inform. Es unterstützt das Erstellen der Welt durch Bibliotheken, die viele Standardaktionen und -konzepte schon enthalten. Ziemlich cool ist auch, dass die damit erstellten Spiele in das plattformunabhängige Z-Code-Format übersetzt werden können — das gleiche Format, in dem auch die meisten „großen“ Adventures der 80er wie Zork ausgeliefert wurden.

Trotzdem bleibt das große Problem, dass die Spiele mehr oder weniger „programmiert“ werden, was eher schriftstellerisch eingestellte Autoren in der Regel abschrecken dürfte.

Bis jetzt. Denn seit etwa einem Jahr gibt es Inform 7, und damit soll es möglich sein, die Spiele in mehr oder weniger natürlichsprachigen, englischen Sätzen deklarativ zu formulieren. Natürlich ist diese Sprache in Wirklichkeit ein stark beschränktes, domänenspezifisches Englisch, aber dennoch ist bereits der Ansatz bemerkenswert. Ein Beispiel für ein solches Spiel:

  • Martha is a woman in the Vineyard.
  • The cask is either customs sealed, liable to tax or stolen goods.
  • The prevailing wind is a direction that varies.
  • The Old Ice House overlooks the Garden.
  • A container is bursting if the total weight of things in it is greater than its breaking strain.

Das Ganze ist auch noch in eine sehr ansprechende Entwicklungsumgebung verpackt, die um jeden Preis versucht, eher nach Layoutprogramm als nach Programmierertool auszusehen. Sehr schick.

Annehmlichkeiten

Wir haben bei uns am Lehrstuhl einen Kopierer stehen. Es ist offenbar das gleiche Modell, mit dem ich auch an der Universität des Saarlandes schon häufig gearbeitet habe. Dieser Kopierer hat einen kleinen Schwarz-Weiß-Touchscreen und bietet viele Funktionen und Einstellmöglichkeiten. Und genau wie früher erscheint beim „Aufwachen“ des Kopierers als erstes die Nachricht, man solle doch den „Kostenzähler einsetzen“, oder aber einen Code eingeben und die #-Taste drücken.

Nun, das schöne an meiner Arbeit ist, dass ich jetzt die letztere Methode wählen kann.

Tabs für Emacs

Mal wieder ein eher technischer Beitrag: Seit Jahren arbeite ich immer mal wieder mit dem Texteditor Emacs, und seit Jahren nervt mich das relativ umständliche Umschalten zwischen den geöffneten Dateien. Modern wäre da eine zusätzliche Leiste mit Tabs/Registerkarten für jeden Buffer. So würde man auch gleich sehen, welche Dateien überhaupt geöffnet sind.

Aber Emacs wäre natürlich nicht Emacs, wenn es nicht schon eine entsprechende Erweiterung gäbe.

Schläfer

Vorgestern* landete in meiner Mailbox (und in der von den meisten anderen Mitarbeitern) eine Rundmail der Universitätsverwaltung, über die heute auch verschiedene Medien berichten. In dem Schreiben wird vor einer „erhöhten abstrakten Gefährdung“ durch Terroranschläge von Islamisten gewarnt. Anschließend wird empfohlen:

In diesem Zusammenhang sollte auf Hinweise auf Studierende, Mitarbeiter oder sonstige Gebäudenutzer geachtet werden, die sich durch besondere Verhaltensweisen, wie z. B. einen Bruch im Lebenswandel, Gewaltbereitschaft, radikal-verbale Äußerungen oder Beschäftigung mit einschlägiger Literatur auffällig in Richtung islamischer Fundamentalismus verändern.

Der Universitätsleitung sollen „verdächtig erscheinende Wahrnehmungen, die Rückschlüsse auf eine islamisch-fundamentalistische Haltung zulassen“, unverzüglich mitgeteilt werden. (Vollständiger Wortlaut bei Telepolis)

Einige bei uns wollen sich jetzt offiziell beschweren. Andere machen sich eher darüber lustig, indem sie bei quasi jedem irgendwelche „Brüche im Lebenswandel“ diagnostizieren.

Ich persönlich fühle mich jedenfalls stark erinnert an den letztjährigen Max-Ophuels-Preis-Gewinnerfilm „Schläfer„. Obwohl – das ist sicherlich übertrieben. Denn der Film spielt ja gar nicht an der LMU München. Sondern an der TU München.

*Ich schaffe es irgendwie immer noch nicht, zeitnahe Artikel zu verfassen. Immerhin werden dadurch potentielle Robert-in-München-Watchblogs verhindert, denn die könnten wirklich nur über längst vergangene Dinge berichten.

Premiumgäste bei „Wetten, dass..?“ (3)

Nach Teil 1 und Teil 2 nun der dritte Teil der Suche nach der kleinsten Prominentenliste bei „Wetten, dass..?“.

Um die Lösung zu verkürzen, werde ich von folgenden Annahmen ausgehen:

  • Ich werde keinen Unterschied zwischen Showgästen und Wettpaten machen.
  • Manche Prominente traten unter unterschiedlichen Namen auf, z.B. „Udo Jürgens“ und „Udo Jürgens mit Jose Carrera“, oder „Verona Feldbusch“ und „Verona Pooth“. Die zähle ich natürlich als dieselben Personen.
  • Von 1996-2000 gab es jährlich einmal ein spezielles „Kinder-Wetten-dass“. Ich werde diese Sendungen erstmal nicht berücksichtigen, weil dort deutlich weniger (und andere) Gäste auftraten.

Vermutlich werde ich nicht auf die erwähnte Excel-Tabelle vom ZDF für die Daten zurückgreifen, sondern auf den Wikipedia-Artikel zu „Wetten, dass..?“. Die Liste der Folgen und Gäste dort ist so ausführlich, dass sich im Artikel oben sogar schon ein Admin darüber beschwert… :-)

Dem Artikel kann man unter anderem auch die häufigsten Gäste entnehmen. Es sind:

  • 12 Auftritte: Peter Maffay
  • 11 Auftritte: Udo Jürgens
  • 10 Auftritte: Herbert Grönemeyer
  • 8 Auftritte: Iris Berben, Marius Müller-Westernhagen, Rod Stewart
  • 7 Auftritte: Chris de Burgh, Phil Collins, Elton John, Joe Cocker, Eros Ramazzotti
  • 6 Auftritte: Franz Beckenbauer, Götz George, Harald Juhnke, Udo Jürgens, Otto Waalkes, Mike Krüger, Veronica Ferres, Howard Carpendale, Tina Turner, Robbie Williams

Wenn man mal optimistisch davon ausgeht, dass in jeder Sendung höchstens eine dieser Personen war, dann decken diese 21 Prominenten bereits 91% der bisher 167 Sendungen ab! (Die Anzahl der Auftritte scheint dabei noch untertrieben zu sein, da nach meiner Zählung z.B. Peter Maffay bereits 15x in der Sendung war.)

Als nächstes werde ich also die Anzahl der Auftritte nochmal nachrechnen, die Prominenten mit fünf Auftritten hinzufügen und überprüfen, dass in jeder Sendung mindestens einer aus der Liste auftrat. Dann habe ich bereits eine gute obere Schranke für die Länge der Liste.

Anagramme finden lassen

Heute hat mich Jan darauf hingewiesen, dass es im Internet eine ganze Reihe von Anagramm-Generatoren gibt, die zu einer gegebenen Buchstabenmenge alle möglichen Anagramme mit Hilfe eines Wörterbuchs herausfinden. Ein Beispiel dafür ist dieser hier, der in acht Sprachen funktioniert.

Leider bekommt man in der Regel einen Haufen Wortfolgen, die wenig bis keinen Sinn ergeben. Eine Ausnahme bildet dieser Generator, der auf dem Wortschatz-Projekt der Uni Leipzig basiert — er versucht, nur grammatikalisch korrekte Lösungen auszugeben.

Mit etwas Mühe konnte ich zumindest ein englisches Anagramm zu „Robert Grabowski“ herausfinden: „Great work, Sir Bob!“

Nächste Seite »