Beinahe-Echtzeit-Hype

Zur heutigen Markteinführung von Windows 7 bindet Microsoft auf der Windows-Startseite auch Twitter-Jubel-Kommentare von begeisterten Anwendern ein. Leider kommt die PR-Abteilung beim Filtern noch nicht in Echtzeit hinterher. Oder beim Schreiben…

Windows-7-Hype

Ja, diese Kommentare erscheinen als erstes.

Nummernchaos

In dem Gebäude, in dem sich unter anderem unser Institut befindet, finden demnächst größere Baumaßnahmen statt: zwischen zwei Seitenflügeln wird ein neuer Hörsaal eingefügt. Dass die Baumaßnahmen jetzt angefangen haben, hat mir ein freundliches Schild auf dem Weg zum Seitenausgang mitgeteilt: „Kein Eingang, Unfallgefahr! Universität übernimmt keine Haftung!“

Mit der Baumaßnahme verschiebt sich aus irgendwelchen Gründen die Durchnummerierung der Seitenflügel. Und wo man schon dabei ist, verpasst man auch gleich noch vielen anderen Räumen eine logischere Nummerierung, vergibt eindeutigere Bezeichnungen, usw. Unterm Strich bekommen schätzungsweise 80-90 Prozent der Hörsäle, Seminarräume und Büros eine neue Nummer.

Die neuen Nummern sind nicht disjunkt von den alten: die gleiche Nummer kann im alten System einen anderen Raum bezeichnen als im neuen. Doch das absehbare Chaos und die Verwirrung (gerade bei Studenten) kann mit ein paar einfachen Mitteln minimiert werden:

  • Man erklärt den Mitarbeitern das neue Nummernsystem und den Ablauf der Umbenennungsmaßnahme, damit diese die Raumangaben z.B. auf Vorlesungsseiten rechtzeitig anpassen können.
  • Die Umbenennung wird innerhalb weniger Tage durchgeführt.
  • Sie wird in Phasen mit möglichst geringem Orientierungsbedarf durchgeführt, also etwa nicht in der ersten Vorlesungswoche des Wintersemesters.

Muss ich erwähnen, dass keiner dieser Punkte berücksichtigt wurde? :-)

Kleinigkeiten

Nach einem langen Arbeitstag im Büro: Es sind dumme Kleinigkeiten, an denen sich ein Kichern entfacht. Der 54er Bus hat in der Dunkelheit die Abzweigung verpasst und muss über die Kreuzung zurücksetzen. Hihi. Klick.

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Rekordseife

Vor knapp zwei Wochen lief die endgültig letzte Folge der Seifenoper Guiding Light bei CBS.

Das wäre nicht weiter erwähnenswert, wenn diese Serie nicht schon seit 1937 laufen würde (davon die ersten 15 Jahre im Radio). Die letzte Folge hatte übrigens die Nummer 15762. :-)

Wahltracht

Wenn man die Online-Berichterstattung zur Bundestagswahl bei internationalen Zeitungen und Nachrichtenargenturen verfolgt, könnte man den Eindruck bekommen, die Deutschen gehen nur in traditioneller Kleidung zur Wahl…

The Guardian:

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Reuters:

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AFP:

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Schwieriger Straßenname

Ich muss noch einmal auf das Thema „Straßenschilder in München“ zu sprechen kommen. Und zwar konkret auf die Oettingenstraße, in der sich auch das Institut für Informatik befindet.

Die Oettingenstraße hat eine interessante Eigenschaft: auf Schildern wird ihr Name mit zunehmender Hausnummer zunehmend falsch geschrieben:

Oettingen-Straße 35

Oettingen Str 46

Öttingenstr. 58

Und das Gebäude mit der höchsten Hausnummer am Ende der Oettingenstraße? Das ist unser Institut. Und da steht in großen freundlichen Lettern über dem Haupteingang:

Oettingerstr. 67

:-)

(Danke an Jan (Bild 3) und Uli (Bild 4).)

Kunst und Politik – Das Update

Ich kann mir zwar nicht vorstellen, dass irgendein CSU-Verantwortlicher den letzten Blogbeitrag gelesen hat, trotzdem wurden vor einigen Tagen alle Wahlplakate von Herbert Frankenhauser „aktualisiert“, d.h. mit einer professionelleren Version überklebt. Zum Beispiel:

Frankenhauser - neues Plakat

Kein knalliger Hintergrund mehr, keine gebleichten Zähne, keine Fotomontage (obwohl, der Übergang von Kinn zu Kragen… na egal). Alles ist jetzt ganz bieder-bayrisch, von den alten Plakaten ist nichts mehr zu sehen. Trotzdem wird es damit schwer werden, dieses Dracula-Image loszuwerden…

Frankenhauser - neues Plakat

(Danke an Felix für die Fotos.)

Kunst und Politik

Lieber Herr Frankenhauser,

gut, Ihnen ist halt für dieses Plakat kein besseres Wahlkampfargument eingefallen, als in der gleichen Partei wie der Wirtschaftsminister zu sein. Das kommt vor.

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Aber ich bewundere Ihren Mut: jeder andere CSU-Bundestagskandidat hätte einfach ein echtes Foto mit Guttenberg verwendet. Doch Sie machen daraus eine Art schrillen Politik-Pop-Art-Trash: Sie montieren Ihr Foto neben hinter das des Ministers, blicken ihn statt den Wähler an (obwohl Sie das Direktmandat im Wahlkreis wollen), statt aufwändiger Photoshop-Retusche sehen wir eine deutliche Fehlfarb-Kante an Guttenbergs Schulter und Arm, statt blühender bayrischer Landschaften gibt es einen knallblauen Hintergrund, und die rötlich-glänzende Haut bleibt digital unbearbeitet, dafür werden die Zähne gebleicht! :-D :-D

Eine so aufregende Gesamtkomposition lädt natürlich zu kreativen Minimaleingriffen ein:

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Schwenken, Peter Müller, Landtagswahl

Heute muss ich ausnahmsweise mal den Nils rebloggen. Der hat nämlich einen ZEIT-Artikel des Neu-Saarländers Manuel Andrack gefunden, mit einer grandiosen Anekdote über den saarländischen Ministerpräsidenten:

Sein Grill brannte, die Feuerwehr musste kommen und in Peter Müllers Garten löschen. [...] Der eigentliche Skandal aber war, dass der MP nicht geschwenkt hatte, sondern auf einem Gasgrill grillen wollte. UM GOTTES WILLEN! Der erste Saarländer im Lande schwenkt nicht, sondern GRILLT. [...] Man geht im Saarland davon aus, die Gasgrill-Geschichte könnte Peter Müller zwischen zwei und fünf Prozent bei der Wahl kosten.

Der Artikel erschien letzte Woche… ;-)

Überraschungen im Bundeswahlgesetz

Faszinierende Regelung im Bundeswahlgesetz:

Nicht berücksichtigt werden dabei die Zweitstimmen derjenigen Wähler, die ihre Erststimme für einen im Wahlkreis erfolgreichen Bewerber abgegeben haben, der gemäß § 20 Abs. 3 [unabhängiger Vorschlag] oder von einer Partei, für die in dem betreffenden Lande keine Landesliste zugelassen ist, vorgeschlagen ist.

Das heißt: wenn

  • in einem Wahlkreis ein unabhängiger (also in der Regel parteiloser) Direktkandidat antritt
  • und dieser tatsächlich den Wahlkreis gewinnt

dann wird bei allen Wählern, die diesen Kandidaten mit ihrer Erststimme gewählt haben, die Zweitstimme ignoriert.

1956 hat jemand dagegen vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt, doch die Klage wurde abgewiesen. Begründung: Würden die Zweitstimmen berücksichtigt, könnten Wähler einen doppelten Erfolg erzielen, nämlich einmal dem unabhängigen Kandidaten (Erststimme) und dann noch einer Partei (Zweitstimme) ein Mandat verschaffen.

Ganz nachvollziehbar ist das für mich nicht, denn ich kann mit meiner Erststimme einer Partei genauso gut ein Überhangmandat verschaffen, und mit meiner Zweitstimme einer anderen Partei ein Mandat.

Immerhin: Bisher wurden erst ein einziges Mal unabhängige Kandidaten in den Bundestag gewählt, nämlich 1949. Und damals gab es auch noch keine Unterteilung in Erst- und Zweitstimmen…

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